Krido Sky |
< EN > |
Während Wolkenbilder spätestens seit Caspar David Friedrich Anlass zu theoretischen Ausführungen boten, wie dem Erhabenen der Natur bildhaft auf den Leibe zu rücken sei, entfalten die Aufnahmen des Himmels über Kritzendorf eine geradezu anti-sensationalistische Perspektive ihres Sujets. Geradezu beiläufig wechseln sich diese von Fichten gerahmten Himmelsbilder ab und auch scheinen die Wolkenformationen und Lichtstimmungen nicht nach dem Kriterium ihrer ästhetischen Eindrücklichkeit ausgewählt zu sein. Doch die Strenge der konzeptuellen Geste, frei von subjektiven Überformungen, wird zugleich unterwandert durch den sich je leicht verschiebenden Bildausschnitt, der auf den unsichtbar bleibenden Arrangeur solcher prometheischer Inventarisierungen verweist. Statt einer Reproduktion strukturalistischer Landschaftsfotografie wird diese zur zitierten Geste, zu einer kontemplativen Tätigkeit. Will man das Wundersame fotografisch bannen, so muss man halt öfter mal wiederkehren zum nächstbesten Ort, der durch diese Entscheidung erst zu einem Besonderen wird. Vielleicht begegnet einem ja dort gar Erhabenes – wenn man sich nur selbst einzustimmen in der Lage ist.
Francesca-Romana Audretsch